Samstag, 9. August 2014

Brisbane

Ulli konnte die halbe Nacht nicht schlafen, weil einige Obdachlose, die sich unmittelbar gegenüber von unserem Zimmer an einer Kirche einquartiert hatten, ziemlichen Lärm machten und unser Nachbar alle 15 Minuten auf dem Balkon seiner Zigarettensucht frönen wollte. Entsprechend miesepetrig ging sie zum Frühstück. Kurz vor 10 Uhr ging dann unser Shuttle zum Flughafen, der statt 55 Dollar Taxi für 2 Personen nur 30 kostete. Die Fahrerin, eine ältere Dame mit langen Fingernägeln, stellte meine bisherige Meinung über die rücksichtsvollen und vorsichtigen australischen Autofahrer völlig auf den Kopf. Wenn jemand nicht gleich anfuhr oder im Weg stand, wurde er angehupt. Sie selbst reihte sich immer in die falsche Spur ein und zog dann rüber, und zu langsame Autofahrer beschimpfte sie mit "I'm busy, hurry up!".  Wir kamen trotzdem ohne Unfall an und flogen mit einiger Verspätung Richtung Brisbane, immer der Küste entlang. Von oben hatte man den Eindruck, dass sich ein Strand an den andern reihte, nur hin und wieder von einer Flussmündung unterbrochen. 
Obdachlosenschlafplatz unter unserem Hotelzimmer
bei Virgin Australia darf das aufgegebene Gepäck immerhin 23kg wiegen

In Brisbane nahmen wir ein normales Taxi mit einem sehr gesprächigen offenbar aus Afganistan stammenden Fahrer. Er beklagte sich, dass einem neben uns in einer Stretch-Limousine fahrenden indischen Schauspieler am Flughafen keinerlei Beachtung geschenkt worden sei, obwohl der doch berühmt sei und in über 200 Filmen mitgespielt hätte. Schließlich lieferte er uns an den Meriton Apartments ab, einem 5-Sterne-Luxustower mit 80 Stockwerken. Leider bekamen wir nur ein Apartment im 34.Stockwerk mit Blick auf die Stadt, der Blick auf den Fluss wäre uns lieber gewesen. Aber sonst ist alles vom Feinsten, Waschmaschine und Trockner, Geschirrspüler, Microwelle und 2 Fernseher mit fantastischen Blick aus den 2 Zimmern. Wir gingen dann noch zum Einkaufen in einen Supermarkt und waren erneut vom hohen Preisniveau geschockt. Ein kleines Yoghurt 4 Dollar, Müsli 7 Dollar, ein Salat 4 Dollar, da kostet es mich Sparei schon Überwindung, den Einkaufskorb voll zu machen. Alkohol gibt es nur in Liquor Stores, und das wegen der hohen Steuern zu saftigen Preisen. Eine Halbe Bier gibt es erst ab 7 Dollar, eine Flasche Wein kostet mindestens 18 Dollar, Zigaretten etwa das Doppelte wie bei uns. Aber wir sind ja in Urlaub und wollen genießen, da muss man schon mal dafür Geld locker machen. Wir jedenfalls genoßen unser Abendessen bei einem guten Schluck australischem Rotwein im 34.Stock und wurden dabei sogar noch mit einem Feuerwerk in der Nähe überrascht.   
unser Wohnzimmer mit Küchenzeile

Blick aus dem 34.Stock
 Am nächsten Morgen genossen wir erst mal die Annehmlichkeiten unserer Luxusherberge und machten uns erst kurz vor Mittag auf zur Besichtigung von Brisbane. Die Stadt hat 2 Millionen Einwohner und ist damit halb so groß wie Sydney, aber hat bei weitem nicht so viel zu bieten. Am Flussufer gingen wir zum Botanischen Garten, bevor wir auf einer Fussgängerbrücke zum Südufer wechselten. 1988 fand hier die Expo statt und die Southbank wurde zu einem tollen Freizeit- und Erlebnis-Park umgestaltet. Am Ufer spielen Bands , Familien verbringen den Sonntag auf den Wiesen und an den vielen Wasserbecken, einfach toll. Über die City Hall ging es zurück, vorher kauften wir noch das Abendessen ein. Die Geschäfte haben auch am Sonntag geöffnet, und so gab es ein dickes Steak und einen guten Rotwein dazu. Morgen früh holen wir den Camper-Van ab, dann wird nur noch auf Campingplätzen übernachtet.
am Sonntag sind überall Märkte

Feigenbaum

Relaxen an der Southbank

Blick auf Brisbane vom Südufer

Pools am Südufer vor der Kulisse Brisbanes

Riesenrad Southbank

das Nordufer ist für die Autos reserviert

die Story Bridge bei Vollmond - die Besteigung kostet nur 75 Dollar

Freitag, 8. August 2014

Sydney

Fast hätten wir nach 14 Stunden Schlaf das Frühstück verpasst. Es gab dann aber sogar Rührei und Müsli mit einem guten Kaffee, der unsere Lebensgeister wieder erweckte. Geblieben war das Kopfweh, und wir waren uns ziemlich sicher, dass das von den langen Flügen herrührte. Die Frischluft der Kabine wird nämlich aus des Triebwerken gezapft. Manchmal gelangen dadurch auch Reste von Triebwerksölen zu den Passagieren und ins Cockpit, darunter das Nervengift TCP und viele weitere. PlusMinus hat in einer Reportage gezeigt, dass in 31 untersuchten Proben auf einem Weltreiseflug 28 kontaminiert waren. Während bei uns Passagieren das Gift nach einem Flug langsam wieder abgebaut wird, kam es bei Piloten schon zu mehreren Todesfällen, die vermutlich durch die Verunreinigung der Kabinenluft ausgelöst wurden. Das Problem ist den Fluggesellschaften und Herstellern bekannt, aus Kostengründen wollen sie aber von diesem Verfahren nicht abweichen. Einzig beim neuen Dreamliner 787 von Boeing wird die Frischluft aus speziellen Öffnungen am Rumpf gezogen, wozu der Einbau von zusätzlichen Kompressoren erforderlich war. Ich mache mir da schon Sorgen um meinen Sohn, der seit Beginn des Jahres im Cockpit sitzt.
St.Mary's Cathedral

Geschäftsidee Münzensammeln in den Brunnen

Ulli im Hyde-Park

Unser erster Spaziergang ging in den Hyde-Park, weil Ulli ihr Hotel vom ersten Australienbesuch wiederfinden wollte. Nach erfolgreicher Suche ging es weiter zur St.Marys Cathedral und dann in Richtung Darling Harbour. Zwischendurch waren wir fasziniert von den beiden Kaufhäusern "The Strand" und dem viktorianischen "Queen Victoria Building" mit seinen Läden und Restaurants. Mit dem Schiff fuhren wir dann unter der Harbour Bridge hindurch zum Circular Quay an der Oper. Zum Sonnenuntergang gingen wir durch das Künstler- und Kneipen-Viertel "The Rocks" zum ersten Pylon der Harbour Bridge, um die Oper im Abendlicht zu photographieren. Bridge Climbing, also das angeseilte Ersteigen der Brücke, hätte 248 Dollar pro Person gekostet, wobei der Foto aus Sicherheitsgründen nicht mitgenommen werden darf. Das haben wir uns ebenso geschenkt wie den Tower. Der Botanische Garten war mit Einbruch der Dunkelheit gesperrt, so dass wir einen ziemlichen Umweg über den Hyde-Park zurücklaufen mussten. Unter einer Bahnbrücke hausierten ein gutes Dutzend Obdachlose und es war ziemlich dunkel und einsam, da war uns Beiden nicht sehr wohl. Zum Abendessen gingen wir in die Nähe unseres Hotels, mein erster Barramundi schmeckte sehr gut und kostete nicht mehr als die Bratwurst an der Oper, nämlich 18 Dollar. Ja, die Preise sind heftig in Sydney, mindestens doppelt so hoch wie bei uns daheim.
The Strand ist einfach nur toll

das Queen Victoria Building gefällt nicht jedem

auf dem Weg zu Darling Harbour mit dem Tower hinten

super Blick auf die Sydney Skyline von Darling Harbour aus
 
am Darling Harbour


Replik der Endeavour des Australien-Entdeckers James Cook

Sydney Opera

die Oper von der Harbour Bridge aus kurz vor Sonnenuntergang

auf den Streben der Harbour Bridge kann man auf die Spitze klettern

Am nächsten Tag wanderten wir durch den Botanischen Garten mit  seinen herrlichen Bäumen und Pflanzen vor dem Panorama von Sydneys Skyline, dazu krächzten die Kakadus und bunte Papageien. Obwohl es morgens noch geregnet hatte, kam bald wieder die Sonne heraus. An der Oper nahmen wir die Fähre nach Manly, wo wir zunächst den Manly-to-Spit Bridge Walkway in Angriff nahmen.  Später ging es auf die offene Meerseite hinüber zum Shelly Beach und über den Sydney Harbour National Park auf schmalen Wegen wieder zurück zur Anlegestelle Manly Cove. Manly ist neben Bondi Beach einer der Hauptstrände für Sydney und beliebt bei Surfern. Das Leben hier ist noch total entspannt, wie die Inschrift am Hafen es ausdrückt: "Seven Miles from Sydney, but a Thousand Miles from Care". So besteigen wir auch die Fähre für die Rückfahrt, genießen noch einmal die blaue Stunde an Harbour Bridge und Oper und treffen dann beim Abendessen Peggy und Jörn, an deren Tisch wir zum Frühstück saßen. Sie machten ihre Hochzeitsreise letztes Jahr nach Polynesien, auch ein schönes Ziel für die Zukunft.
Kakadu im Botanischen Garten

der wollte auf Ulli landen

mal wieder eine andere Ansicht der Oper

ganz entsopannt im Botanischen Garten beim Spiegel-Lesen

Kakadus

hier kann man Laufen lernen

ud wieder die Oper

die auch Pflichtausflug für die Schulklassen ist

Bridge-Climbing kostet zwischen 200 und 300 Dollar je nach Wochentag

die Oper vom Schiff aus

wegen der Haie baden viele lieber in solchen Becken

Karminroter Zylinderputzer

North Harbour in Manly

Australiens Opel heißt schon immer Holden

auf dem Manly-to-Spit Bridge Walking Way, ich leider unscharf

Hainetze bei Manly Cove

Surfer am Manly Ocean Beach

Ulli entspannt

die Oper vor der Skyline Sydneys in der Dämmerung

und noch einmal die Oper

Montag, 4. August 2014

es geht los ....

Die letzten Tage waren etwas hektisch. Als "Rentner" hat man ja alle Zeit der Welt, deshalb hat dann auch alles noch Zeit, bis es erledigt wird. Am Ende war es aber dann doch noch mal knapp, wie immer bei mir. 
Idylle am Rhein: Kühe auf dem Wasser

Packen für 10 Wochen Australien
  Gestern waren wir noch bei BAP am Domplatz, ein Geburtstagsgeschenk von Ulli. Etwas sanfter die Klänge nach seinem Schlaganfall, aber doch wieder sehr schön und mit einer großen Vielfalt an Instrumenten. Gespielt hat er dabei auch das Lied über Joseph Kony und die Kindersoldaten in Uganda, das ich mal als YouTube in den Blog gestellt habe. 2011 war ich in Uganda und hatte mich damals ausführlich mit dem Thema befasst. Grausam, schaut selbst mal nach im Internet. Niedecken fördert mit dem Projekt Rebound seit Jahren die Normalisierung der traumatisierten Ugander im Norden des Landes. 
schöne Kulisse am Mainzer Dom

kööölsch versteht nicht jeder, aber das macht nichts
Jetzt geht es gleich zum Zug nach Zürich, bevor der lange Flug über Dubai, Singapur und Melbourne nach Sydney beginnt.
Ausnahmsweise waren wir mal überpünktlich am Bahnhof, dafür hatte der Zug 25 Minuten Verspätung. Nachdem wir endlich drin saßen, mussten wir auch gleich wieder unseren Platz räumen, weil der angeblich reserviert war. Wie immer bei der Deutschen Bundesbahn war in 2 Waggons die Klimaanlage kaputt, so dass wir ziemlich schnell nassgeschwitzt waren. Die Nachbarn im Flieger wird es freuen, Deo haben wir nämlich keines dabei.

Verspätung und Zugausfälle sind bei der Bahn normal
 In Zürich dann der Hinweis an der Tafel, dass unser Flug verspätet sei. Am Schalter stellte sich heraus, dass mein vergeblicher Online-Checkin von gestern Abend, der mit der Meldung endete "Checkin nicht möglich, bitte am Schalter einchecken", dazu geführt hatte, dass ich bis Sydney eingecheckt war, Ulli aber nicht. Bis Dubai gelang es der Dame noch, uns zusammen zu setzen, ab da sollen wir noch einmal zum Schalter. Aber wir sind ja in Urlaub, da wird man sich die Stimmung doch nicht von solchen Kleinigkeiten kaputt machen lassen. Von Emirates hatte ich mir aber diesbezüglich besseren Service erhofft.
Wir kamen bei 40°C Außentemperatur in Dubai an und steuerten nach langem Fussweg den Abfertigungsschalter für unseren Weiterflug nach Singapur und Melbourne an. Zuerst fühlte sich niemand zuständig, dann begannen sie auch auch schon mit dem Boarding der Passagiere. Ulli hatte ja bis dahin nur eine Standbye-Bordkarte, weil die Dame in Zürich gemeint hatte, dass nur in Dubai noch eine Möglichkeit bestehen würde, uns für den Weiterflug zusammen zu setzen. Der gute Mann schaute lange in den Computer und redete mit seinen Kollegen, bevor er uns mitteilte, dass der Flug leider ausgebucht sei und er für Ulli so kurz vorher nichts mehr machen könnte. Na toll! Unser beider Gepäck schon in der Maschine, ich mit Bordkarten bis Sydney, Ulli mit einer Standbye-Bordkarte bis Melbourne, aber ohne Sitzplatz wegen Ausbuchung der Maschine. Was wir denn nun machen könnten, fragten wir. Es täte ihnen sehr leid, aber sie könnten gar nichts mehr machen. Vielleicht könnten wir ja mit einem der mitfliegenden Passagiere verhandeln? In den USA sind viele Flüge überbucht, da gehört es zum Standard, dass die Fluggesellschaft einzelne Fluggäste mit Rabatten oder einer Prämie zum Rücktritt oder zu einem späteren Flug überredet. Der Emirates-Mitarbeiter meinte allerdings, das müssten wir selbst machen, seine Fluggesellschaft mache das nicht. Schöner Mist, was tun?
Natürlich ließen wir uns nicht so einfach abspeisen, schließlich hatten wir ja alles richtig gemacht, aber der Mitarbeiter schüttelte nur den Kopf und gab uns irgendwann unsere beiden Bordkarten wieder zurück. Ich wollte schon seinen Vorgesetzten rufen lassen, da sah ich, dass auf Ullis Bordkarte nicht mehr "Standbye" stand, sondern sie einen Sitzplatz hatte; nicht neben mir, aber 8 Reihen dahinter. Auf einmal wurde uns klar, dass wir die ganze Zeit aneinander vorbeigeredet hatten. Der Emirates-Angestellte meinte den Sitzplatztausch, so dass wir nebeneinander sitzen konnten, wir dachten, es ginge um den Sitz im Flugzeug grundsätzlich, weil er sagte, der Flieger sei vollbesetzt. Glücklich über den Ausgang des Problems gingen wir Richtung Flieger, und ich vergaß gleich mal meinen Laptop am Schalter. Den brachte mir der nette Mann aber kurz darauf hinterher.
Im Flieger dann tauschte eine Frau bis Singapur den Sitzplatz, so dass ich neben Ulli sitzen konnte. Dort mussten wir kurz raus, dann ging es weiter bis Melbourne, wo wir am Mittwoch Morgen ankamen. 14°C übrigens nur noch, ganz schön kalt. Für den Weiterflug hatten wir 1 Stunde Zeit. Eine riesige Schlange bei der Immigration, eine Schlange am Customs, und unser Flieger war weg. No problem, die Australier nahmen das alle ganz locker, dann eben den nächsten Flieger, der schon 1 Stunde später ging. 
 
von Melbourne nach Sydney nahmen wir diese Boeing 767 von Quantas

Um 1 Uhr mittags landeten wir bei herrlichem Sonnenschein und 18°C in Sydney und fuhren für 50 australische Dollar zu unserem Hotel in Woolloomooloo. Ein wenig mehr hatte ich mir schon versprochen, aber es war ok. Nach einer Dusche gingen wir gleich durch den Botanischen Garten zur Oper mit herrlichem Blick auf die Harbour Bridge. Schon um 8 Uhr abends übermannte uns der Schlaf, und wir hatten am nächsten Morgen Mühe, noch rechtzeitig zum Frühstück zu kommen. Ist eben doch ein verdammt langer Flug nach Sydney, insgesamt 30 Stunden!
wer stützt hier wen

Ulli vor der Kulisse Sydneys

die wollten etwas vom Essen abhaben

Sydney Skyline

Harbour Bridge

die Sydney Opera bei Nacht


 
 

Samstag, 26. Juli 2014

WINdoof

Windows ist doof. Apple ist aber noch doofer. Schickes Design, aber teuer und  mit viel weniger Freiheiten als unter dem Microsoft-Produkt.
Zwei Wochen vor meinem Urlaub machte pünktlich mein Laptop daheim schlapp. Zuerst zogen sich nur Streifen und Pixel durch, dann kam noch Buchstabensalat und Verzerrung dazu.
Das Internet war gar nicht mehr zu gebrauchen, aber es reichte noch, mit dem tollen Tool DriveImage XML eine Sicherung der Daten auf eine externe Festplatte zu machen. Tipp aus diversen Internetforen war, mal den Rechner aufzumachen und zu säubern. Das tat ich dann auch, und dank einer Anleitung in YouTube lagen die Eingeweide ziemlich bald vor mir. Da war allerdings kaum Staub, und auch nach einem gründlichen Bürsten und Staubsaugen und dem vorsichtigen Zusammenbau änderte  sich nichts.

kein Staub im Sony vaio VGN-FW31ZJ

Ein neuer Laptop musste her, es wurde  ein Acer Aspire V3 772G ohne Betriebssystem. Dem spendierte ich erst mal eine 500 GB mSata SSD. Kaum zu glauben, dass so eine riesige Speicherkapazität nur die Fläche einer Streichholzschachtel hat und nur wenige Millimeter hoch ist. Die eingebaute HDD baute ich erst mal aus, um Windows 8 zu installieren. Zuerst ging alles glatt, Windows 8 drauf, Treiber-DVD von Acer drauf, Windows 8.1 Upgrade, und dann wollte ich die neuesten  Treiber-Updates von der Acer-Seite für meinen Laptop draufspielen. Nach dem Intel Chipset-Driver ging dann nichts mehr, und mangels Sicherung musste ich alles noch einmal neu machen.
Dieses Mal verzichtete ich auf die neuesten Treiber von der Acer-Seite, dafür  wollte Windows nun keine Aktivierung mehr machen. Ich hatte auf dem alten Rechner meine Aktivierung vorher gelöscht. Für alle, die das auch mal brauchen, so geht es:

  • Windows-Taste+X
  • Klick auf Eingabeaufforderung (Administrator)
  • slmgr.vbs/upk eingeben und OK drücken
  • slmgr.vbs/rearm eingeben und OK drücken
  • Windows neu starten
  • Prüfen kann man das übrigens mit Windows-Taste+W und Eingabe von "Aktivierung" in das Suchfenster. Vorsichtshalber formatierte ich beim dritten Versuch noch einmal die SSD und startete die Installation wieder von vorne. Auch dieses Mal wollte sich das Windows nicht aktivieren lassen, weil der Code schon einmal benutzt würde, so die Meldung. Das musste von meinem ersten Installationsversuch sein. Einzige Möglichkeit war die telefonische Aktivierung. Diese erreicht man auf dem Rechner mit der Windows-Taste+R und der anschließenden Eingabe von "slui 4" in das aufpoppende Fenster. Man bekommt einen Key, den man nun unter der kostenlosen Telefonnummer 08002848283 eingeben muss. Man erhält telefonisch einen Aktivierungscode, den man nun auf dem Laptop eingeben muss,  und wenn alles  gut geht, ist Windows nun aktiviert.
    Puuuuuuh, geschafft. Ehrlich gesagt lässt Microsoft den armen Nutzer hierbei ganz schön im Regen stehen. Wenn ich nicht ein wenig Ahnung hätte (und einen zweiten Computer zum Nachschauen im  Internet), hätte ich das nicht geschafft. Zuerst machte ich mir gleich eine Sicherung auf einer Partition der HDD und erzeugte mir einen Wiederherstellungs-Stick für  USB. Anschließend kam Windows 8.1 drauf und  sämtliche Updates, was auch wieder  einige Stunden dauerte. Dann fing ich an, die Masse  an Programmen wieder zu installieren, die ich auf dem alten Laptop drauf hatte. Irgendwann kam ich dann auch zu  Microsofts Windows  Media Player, bei Einführung von Windows 8.1 noch geschenkt, inzwischen nur  noch für  10 Euro zu kaufen.  Am nächsten Tag traf mich fast der Schlag, als schon wieder die Meldung kam, dass mein Windows nicht aktiviert sei bzw. der Schlüssel schon verwendet würde. Ganz offenbar hatte WMC den Aktivierungsschlüssel zerstört. Wieder dieselbe Prozedur mit der telefonischen Aktivierung, und auch dieses Mal war sie erfolgreich. Muss das sein, dass man 3 Tage an seinem Computer sitzt, nur weil der alte seinen Geist aufgegeben hat? Windows ist doof. Das bestätigte sich erneut, als ich meine alte Festplatte als drittes Laufwerk eingebaut hatte, sie wurde nämlich nicht erkannt. Ein Tipp aus einem Forum, statt dem Mode AHCI im Bios auf IDE umzustellen, ging natürlich voll in die Hose, weil jetzt die SSD nicht mehr funktionierte und Windows nicht mehr starten konnte. Besser war die Idee, in der Boot-Option des Bios das Secure Boot auszuschalten, was nur mit der Vergabe eines Bios-Passworts geht. Flugs wurden alle Laufwerke erkannt, die Änderungen im Bios wurden wieder zurückgesetzt und ich konnte das Notebook zuschrauben. Nach Installation von Classic Shell, mit dem das  alte Windows 7 imitiert wird, habe ich mal gemessen, wie lange mein Laptop jetzt zum Hochfahren braucht. 16 Sekunden! Früher waren es 90! Die SSD zahlt sich wirklich voll aus, ich kann eine solche Umstellung nur jedem ans Herz legen, wenn er genug Zeit hat.

    unterhalb des linken blauen Speicherriegels die 500 GB mSata SSD, dazu 2 HDDs links und rechts

    Jedenfalls vergingen die letzten Tage rasend schnell, und es ist nur noch 1 Woche bis zum Abflug nach Australien. Ich hoffe, ich vergesse bei der Hektik nichts Wichtiges.
    Auslandskrankenversicherung habe ich wieder bei der envivas. Inzwischen habe ich gesehen, dass es auch bei der Hanse Versicherung einen günstigen Langzeittarif gibt. An der Versicherung für mein Foto-Equipment bin ich gerade dran, nachdem ich dieses Mal meine fette Nikon D800 mitnehme. Sollte ich wieder überfallen werden wie in Südamerika,  möchte ich wenigstens versichert sein. Ansonsten genieße ich den Sommer, habe mir Elton John auf der Nordmole angehört und feiere mit Freunden und Bekannten den Beginn der Sommerferien. Zum Packen ist ja auch noch am letzten Wochenende Zeit.

    Mittwoch, 16. Juli 2014

    bin ich jetzt schwul, oder was ...?

    Wer als Deutscher nach Australien einreisen will, braucht ein Besuchervisum. Das läßt sich inzwischen recht schnell  über einen online-Antrag kostenlos erledigen. Nur ein Pass muss her, der noch 6 Monate gültig ist. Ja, und genau das war das Problem. Bei mir klappte alles wie am Schnürchen, nach einigen Stunden war das Visum bewilligt. Aber bei meiner Lebensgefährtin Ulli - oder soll ich jetzt Lebensgefährte sagen - gab es ein Problem. Sie ist nämlich ein Mann, bei Geschlecht steht ein "m" für male. Keine Ahnung, seit wann sie das ist, ganz offenbar hat sie mich gründlich getäuscht. 

    Mann oder Frau, das ist hier die Frage

     Dazu passend lese ich gerade das Buch von John Irving "In einer Person", das er für seinen schwulen Sohn Everett geschrieben hat. Nicht erst seit Robert Musils "Die Verwirrungen des Zöglings Törless" versuchen sich immer wieder Schriftsteller mit dem Thema sexueller Orientierung während der Pubertät und danach, und Irving ringt in seinem Roman um die Anerkennung bisexueller und transsexueller Liebesbeziehungen im prüden Amerika mit ganz ähnlich skurrilen Figuren wie in "Garp oder wie er die Welt sah" oder "Gottes Werk und Teufels Beitrag".
    Ich gebe es zu, ich bin ohne Vater aufgewachsen, und Opas, Onkels und Brüder hatte ich auch keine mehr. Einzig meinem Vetter konnte ich einmal im Jahr beim Pinkeln zuschauen, sonst lebte ich die ersten 10 Jahre meines Lebens nur unter Frauen. Mit dem Gymnasium änderte sich das, für 10 Jahre - mit einer Ehrenrunde - lebte ich fast nur unter Jungen, obwohl wir ein modernes Internat mit einem Viertel Mädchenanteil waren. Dem Leiter sagte man nach, dass er manchen kleinen Jungen zu nahe trat. Ein Problem, mit dem viele Internate und auch die Kirche zu kämpfen hatten und immer noch damit beschäftigt sind, siehe Odenwaldschule. Jedenfalls war es eine schwierige Zeit der Selbstfindung, besonders deshalb, weil ich anders als Irvings Romanheld eher auf meine Umwelt gehört hatte als auf mich selbst.
    Trotzdem habe ich mich bisher immer für heterosexuell gehalten, jedoch bezeugt Ulli's Pass etwas Anderes. In Australien scheint das aber kein so großes Problem zu sein, es gibt sogar eine lesbische Ministerin. Gerade hat sich der fünfmalige australische Olympiasieger im Schwimmen , Ian Thorpe, zu seiner Homosexualität bekannt. Das heißt aber nicht, dass der zuständige Beamte in der Immigration bei den Namen "Ulrike Margot" und dem Geschlecht "male" beide Augen zudrückt. Um möglichen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, beantragte Ulli deshalb einen neuen Pass. Wäre ja auch zu dämlich, 2 Tage im Flieger zu sitzen, um dann gleich wieder den Rückflug antreten zu müssen. Erster Satz der ausstellenden Behörde: Sie haben damals bei der Abholung unterschrieben, dass alles in Ordnung ist, also müssen Sie auch den neuen Pass bezahlen. 91 Euro , obwohl doch die Behörde den Fehler gemacht hat! Schuld sind halt immer die Andern! Und Behörden haben ja sowieso immer Recht!